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Hintergrund

Bei Hypotheken einen kühlen Kopf bewahren

Frank Meierhofer May 13, 2022

Die Schweizer Hypothekarzinsen sind auf den höchsten Stand seit 2018 gestiegen. Im langjährigen Vergleich ist jedoch immer noch von einem «rekordtiefen Zinsniveau» die Rede. Die Finanzierungskonditionen sind nach wie vor günstiger als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Wie bisher muss aber mit vorübergehenden Schwankungen nach oben wie auch nach unten gerechnet werden. Eine abrupte und heftige Zinswende ist in der Schweiz hingegen wenig wahrscheinlich.

Die Schweiz trotzt der Teuerung 

Das Schreckgespenst der Inflation meldet sich zurück. In der Schweiz liegt die Inflation trotz des Anstiegs der letzten Monate im internationalen Vergleich noch auf verhältnismässig tiefem Niveau. Die Teuerung ist hierzulande, auch wegen der anhaltenden Frankenstärke, viel tiefer als im Ausland. Wenn der Franken mehr Kaufkraft im Ausland hat, kann so die Teuerung von Importgütern aufgefangen werden. Die bedingte Inflationsprognose der SNB für 2022 liegt bei 2.1% und bewegt sich somit immer noch im Rahmen des Zinskorridors der SNB. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei −0,75% bleibt. Ein heftiger Zinssprung ist in der Schweiz unwahrscheinlich. Die SNB müsste gleich vier Zinsschritte von 0.25 Prozentpunkten vornehmen, damit der Leitzins wieder positiv wird. Es gibt also keinen Grund zur Panik. Finanzierungskonditionen für Immobilien bleiben auch auf leicht erhöhten Niveaus weiterhin attraktiv. 

Kreditnehmer profitieren vom Konkurrenzkampf 

Der Hypothekarmarkt in der Schweiz ist hart umkämpft. Banken, Versicherungen und Pensionskassen werben um die Gunst von Hypothekar-Kunden. Neukunden können nur mit attraktiven Zinsen gewonnen werden. Immobilienbesitzer profitieren vom Wettbewerb. Mehrere Angebote zu vergleichen, ist jetzt also umso wichtiger. Vergleichsportale ermöglichen die direkte Gegenüberstellung verschiedener Anbieter und schaffen so Transparenz im Markt. 

Setzen Sie auf kurzfristige Hypotheken 

In der gegenwärtigen Wirtschaftslage kann es von Vorteil sein, Ihre Immobilie so lange wie möglich mit günstigen Geldmarkthypotheken zu finanzieren und erst auf Festhypotheken umzusteigen, wenn die Zinsen nachhaltig steigen. Wenn sich stark steigende Zinsen abzeichnen, kann es sich lohnen, den Zinssatz für die neue Hypothek bereits Wochen oder Monate vorher zu fixieren. Generell ist es ratsam verschiedene Angebote anzuschauen. Auch bei langlaufenden Festhypotheken gibt es Opportunitäten am Markt. Prüfen Sie Angebote mit unterschiedlichen Laufzeiten und vergleichen Sie Hypotheken mit festen und variablen Zinssätzen. Es gilt also einen kühlen Kopf zu bewahren und die Zinsentwicklungen im Blick zu behalten. 

Frank Meierhofer

Frank Meierhofer ist bereits seit vielen Jahren als Immobilien­vermarkter im Grossraum Zürich tätig. Mit seiner fundierten Expertise bei Immobilientransaktionen bringt er Vermarktungs­mandate erfolgreich zum Abschluss und steht Verkäufer- und Käuferschaft stets mit Rat und Tat zur Seite.