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Ist der Eigenmietwert bald ein Relikt aus der Vergangenheit?

Maklando October 8, 2021
Schweizer Parlament in Bern
Der Eigenmietwert beziehungsweise die dazugehörige Steuer ist eine übliche Praxis, die in der Schweiz bereits seit über 100 Jahren Anwendung findet. Wohneigentümer, die Ihre Liegenschaft bewohnen, werden dafür besteuert. Weshalb? Die Idee dahinter ist schlicht die steuerliche Gleichbehandlung von Mietern und Wohneigentümern. 

Die höhe des Eigenmietwerts bzw. der Steuer entspricht einem fiktiven Mietzins, den der Wohneigentümer bei einer Vermietung seines Objekts an Dritte erzielen könnte. Das Bundesgericht legt dazu fest, dass die Steuer mindestens 60% und bis zu 70% der marktüblichen Miete betragen muss. Der exakt zu entrichtende Betrag wird von der zuständigen kantonalen Steuerbehörde vorgegeben und unterscheidet sich von Kanton zu Kanton. Zur Ermittlung der Steuer nimmt das zuständige Amt eine Schätzung der individuellen Liegenschaft vor. Daraus ergibt sich der theoretische Mietwert, zu dem das Objekt an Externe vermietet werden könnte. Die Schätzungen der Ämter fallen dabei in der Regel niedriger als der effektive Marktwert aus.

Im Gegenzug können Eigentümer Hypothekarzinsen oder Schuldzinsen und Unterhaltskosten von den Steuern abziehen. Bei den Unterhaltskosten kann jährlich gewählt werden, ob man effektive Kosten oder einen Pauschalabzug geltend machen möchte. In den meisten Kantonen betragen diese Kosten zwischen 10 und 20 Prozent des Eigenmietwerts, abhängig vom Alter der Liegenschaft.

Die Idee hinter der Steuer des Eigenmietwerts ist schlicht die steuerliche Gleichbehandlung von Mietern und Wohneigentümern.
Wird der Eigenmietwert jetzt abgeschafft?

In den letzten Wochen war der Eigenmietwert und dessen Abschaffung in aller Munde. Bereits seit den 1990er-Jahren gab es immer wieder Vorstösse und Appelle, die verlangten den Eigenmietwert abzuschaffen. Ein politischer Dauerbrenner also. Nun kommt wieder mehr Bewegung ins Thema und das aus einem einfachen Grund: Der Bundesrat hat neulich entschieden, eine Vorlage aus dem Parlament zu unterstützen und zwar soll damit die Besteuerung des Eigenmietwerts auf Bundes- und Kantonsebene komplett abgeschafft werden. Im Gegensatz zur Vorlage der Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) vorgesehen, will der Bundesrat zusätzlich auch den Eigenmietwert auf Zweitliegenschaften abschaffen. Die Kommission schlägt hingegen vor, dass Zweitliegenschaften sowohl auf Bundes- als auch auf Kantonsebene wie bis anhin versteuert werden, ebenso die Einnahmen aus vermieteten oder verpachteten Liegenschaften. Zudem möchte der Bundesrat, dass Schuldzinsen unter bestimmten Bedingungen weiterhin von den Steuern abgezogen werden dürfen. Die Kommission will dies verhindern, um der hohen Privatverschuldung entgegenzuwirken. Die Uneinigkeit über die steuerlichen Folgen dieser Änderungen verzögert aktuell eine definitive Gesetzesänderung.

Wie geht es weiter?

In seiner Sitzung vom 21. September 2021 hat der Ständerat die Gesetzesrevision für den Systemwechsel in der Wohneigentumsbesteuerung beraten und die Abschaffung der Eigenmietwert-Besteuerung in Wohneigentum am Hauptwohnsitz unterstützt. Bei der  Regelung zu den privaten Schuldzinsabzügen folgt der Ständerat dem Bundesrat sowie der starken Minderheit der WAK-S und befürwortet einen system- und verfassungskonformen Vorschlag. Private Schuldzinsen bis maximal 70% der steuerbaren Vermögenserträge sollen weiterhin von den Steuern abgezogen werden können. 

Im nächsten Schritt wird die nationalrätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK-N) die Gesetzesvorlage beraten, anschliessend wird es im Nationalrat auf der Agenda stehen und dazu getagt werden. Maklando wird Sie zu diesem spannenden Thema auf dem Laufenden halten und über die Entwicklungen berichten. Bis dahin können Sie unseren Newsletter abonnieren.

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